Geistiges Eigentum verstehen: MIPEF bringt IP-Wissen in die Hochschulen

Wie lässt sich eine Forschungsidee schützen? Welche Informationen stecken in Patenten? Und wie wird aus einer Erfindung ein Transferprojekt? Hochschulen vermitteln solches Wissen in ganz unterschiedlichen Formaten, von Vorlesungen und Seminaren bis zu Workshops mit dem Transferbereich. Ein besonders gut strukturiertes Angebot ist das Modular IP Education Framework (MIPEF): englischsprachige Onlinekurse des Europäischen Patentamts (EPA) zu geistigem Eigentum und Innovation, die Hochschulen ihren Studierenden anbieten können.

Was MIPEF bietet

Das Programm beginnt mit den Grundlagen der verschiedenen Schutzrechtssysteme und vertieft dann vor allem Patente: vom Anmelde- und Erteilungsverfahren über Patentinformation und Durchsetzung bis zu IP-Strategie, Technologietransfer und Verwertung. Interaktive Module zum Selbstlernen, Fallbeispiele, Online-Sitzungen mit Fachleuten und Diskussionen in der Gruppe verbinden das Wissen mit Fragen aus Forschung und Praxis.

Nach bestandenem Abschlusstest stellt die Europäische Patentakademie ein Zertifikat aus. Ob es zusätzlich ECTS-Punkte gibt, entscheidet die jeweilige Hochschule. Nach Angaben des EPA haben sich bisher über 9.000 Studierende aus mehr als 100 Hochschulen in Europa für die Kurse registriert (Stand: September 2026).

Anmeldung über die Partnerhochschulen

MIPEF richtet sich an Studierende und Promovierende. Anmelden kann man sich über die teilnehmenden Hochschulen; Zielgruppen, Termine und Modalitäten unterscheiden sich von Ort zu Ort. Das EPA führt in Deutschland derzeit 16 Partnerhochschulen, von Aachen bis Dresden und von Hannover bis Konstanz. Die Liste nennt Partnerhochschulen, keine laufenden Kurse: Ob und wann ein Kurs startet, kann man bei der jeweiligen Hochschule nachlesen.

Ein Beispiel ist die Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie bietet in ihrem ersten Semester zwei Kurse an: einen Einstieg in die Grundlagen zu geistigem Eigentum, Patenten und Innovation sowie eine Vertiefung zu Patentschutz, Technologietransfer und IP-Kommerzialisierung. Beide laufen vollständig online und lassen sich zeitlich flexibel neben Studium oder Forschung bearbeiten. Alle Informationen findet man auf uni-jena.de/mipef; anmelden kann man sich beim Schutzrechtsservice (ipservice@uni-jena.de).

Die Patentinformationszentren vor Ort

An sieben der 16 deutschen Partnerhochschulen gibt es ein Patentinformationszentrum aus dem piznet: in Aachen, Chemnitz, Dortmund, Dresden, Hannover, Ilmenau und Jena. Die PIZ ergänzen das Lernangebot als regionale Anlaufstellen: Sie beraten zu Schutzrechten und unterstützen bei der Recherche nach Patentinformationen, gerade wenn aus dem Kurs eine konkrete Idee wird.

Die Verankerung von IP in Studium und Lehre ist eines der vier Ziele von piznet. MIPEF zeigt, dass es dafür etablierte Bausteine gibt. Viele Hochschulen haben auch ohne MIPEF eigene Lehrangebote zu geistigem Eigentum, und die PIZ sind vor Ort die Partner, die solche Angebote mit der Praxis verbinden.

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